Enthüllte Gotik

Dieser Katalog ist

meiner Frau Zenowia

und

Der "Orangen Revolution"

in der Ukraine gewidmet.


"Immer wieder trage ich weisse und schwarze Farbe auf.
Ich werde nur mit diesen Farben malen, sie in die Leinwand reiben,
solange bis ich den gewünschten Ton erhalte".
Viktor Moskaljuk

Die Kunstschulen von L'wiw - das Iwan Trusch College und die Kunstakademie - haben zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten hervorgebracht und dies trotz der politischen und ideologischen Hindernisse, die zu Zeiten der bolschewistischen Okkupationsregierung existierten. Dies hat so -scheint es - wohl auch mit der Stadt selbst zu tun: eine europäische Stadt, die reich ist an Traditionen und „wo jedes Steinchen einem wissbegierigen Studenten etwas lehrt", um es mit den Worten eines bekannten Künstlers zu sagen.
Solch ein Junge wissbegierig und in die Kunst verliebt - kam aus dem fernen Dorf Saruddja, Gebiet Riwne, betrat das Pflaster von L'wiw, spürte seine besondere Magie und nahm seine Lehre an. Es war Viktor Moskaljuk, heute ein bekannter „Meister des Pinsels", berühmt in L'wiw, in der Ukraine und in der übrigen Welt. Es scheint, als sei er von Gott und dem Schicksal hierher geführt worden, in diese durch und durch europäische Stadt, deren Steine und Kunstschätze sein Herz und seine Seele berührten. Er wurde 1958 geboren und schrieb sich sofort nach der Schule auf dem Iwan Trusch College ein. Hier tauchte er tief in die Geheimnisse der Farben und Kompositionen ein, erkannte ihre seit ewigen Zeiten existierenden Lehren und nahm sie an. Es braucht allerdings mehr, um sich eine eigene Positionen in der Kulturszene von L'wiw zu schaffen. In dieser Stadt. die über ein reichhaltiges schöpferisches Potential verfügt, ist echtes Talent und viel Fleiß notwendig, um den „Stoff/widerstand" erfolgreich zu überwinden. Alles was das künstlerische L'wiw zu geben hat, muss verstanden und verarbeitet werden, um dann sein Eigenes zu finden, das, was die anspruchsvollen L'wiwer in Erstaunen versetzt.
Deshalb begnügte sich V. M. als Student nicht mit Vorlesungen, obwohl er hervorragende Professoren hatte und sich intensiv mit dem Kopieren bekannter Meister der L'wiwer Museen und Privatsammlungen befasste. Erst nachdem er in die Geheimnisse des Zusammenspiels von Farbe-Licht-Schatten, die die früheren Meister kannten, eingedrungen war und dieses Zusammenspiel selbst beherrschte, hatte er den notwendigen schöpferischen Untergrund geschaffen, auf dem er seine eigenen Ideen entwickeln sowie seiner künstlerischen Intuition Ausdruck geben konnte. Damit beschritt der Künstler recht früh seinen Weg; recht früh fand er seinen eigenen Stil, "nach Art Moskaljuk" in künstlerischer wie philosophischer Hinsicht. Die starke Ausdruckskraft und die Einzigartigkeit seines Stils ließen den Künstler schnell in die Reihen der Bekannten und Populären vordringen. Schon 1998 fand seine erste Personalausstellung in den Sälen des Künstlerverbandes in L'wiw statt, auch nimmt er. regelmäßig an allen größeren Gruppenausstellungen in L'wiw und am „L'wiwer Herbstsalon" teil. Seine Werke werden in Europa und Kanada ausgestellt und zwar in den Städten: Moskau, Bielsko-Biala, Gdansk, Belgrad, München, Bonn, Prag sowie in Neapel und Toronto. Seit 1998 fanden vier Personalausstellungen in Deutschland statt (Düren, Aachen), weitere sind in Vorbereitung. Seine Popularität steigt mit seinen Arbeiten und mit der weiteren Entwicklung...



zurück

In meiner Innung des Schreiner- und Künstlervolks
gibt's trunkene Geheimnisse voll Trug, Verführung.
Die Feder, Der Pinsel vom Zittern erfaßt,
Gedanken durchbohrt von Schmetterlingen im Frühling.

Ein scharfer Meißel, Eine singende Axt,
sie formen das Holz der Musik, den Lehm der Worte.
Diese Welt ist die Leinwand eines trunkenen Lieds,
zu weit für den Schreiner, zu eng für den Künstler.

Bohdan Ihor Antonytsch