Orest Skop und sein kosak Mamai

Es ist kein Wunder, dass ein Maler aus L'wiw in der Ukraine sich erschrak, als er nach Eröffnung'der Archive erfuhr, dass 1934 nach einem Treffen der Kobsaren (Volksmusiker) in Charkiw alle 300 Musiker durch die Helfer des stalinistischen Regims liquidiert worden waren. Die Geschichte der Ukraine kennt genug Fälle, in denen unliebsame Personen beiseite geräumt wurden, was sich bis heute in ähnlicher Weise wiederholt. Wahre Patrioten wie Wiatscheslaw Chornowil und Ihor Bilosir starben unter bis heute höchst merkwürdigen Umständen.
Es ist die Idee des Malers Orest Skop jedem der 300 getöteten Kobsaren ein Bild zu widmen, auf daß sie nicht vergessen werden und der ukrainischen Geschichte erhalten bleiben.
Der auf dieser Bildserie dargestellte Kosak Mamai ist eine sehr stolze Person, in der Hand eine Kobsa haltend auf der er spielend und singend historische Ereignisse gestaltet. Diese aufgezeigten Ereignisse waren häufig tragisch, gelegentlich berichteten sie aber auch von Erfolgen der Kosaken aus Saporischja. Die Bilder des Malers zeigen die große Wertschätzung und Achtung von den Kobsaren, die damals ermordet wurden.
Die gesamte künstlerische Tätigkeit des Malers Orest Skop ist ohne seine Bildserie über den Kosak Mamai nicht vorstellbar.
Bis heute hat er circa 200 Bilder diesem Thema gewidmet Unter allen ukrainischen Malern ist er der einzige, der sich so ausführlich mit der Geschichte der Kobsaren auseinander gesetzt hat.

Michael Markowicz Düren, 15. November 2003



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In meiner Innung des Schreiner- und Künstlervolks
gibt's trunkene Geheimnisse voll Trug, Verführung.
Die Feder, Der Pinsel vom Zittern erfaßt,
Gedanken durchbohrt von Schmetterlingen im Frühling.

Ein scharfer Meißel, Eine singende Axt,
sie formen das Holz der Musik, den Lehm der Worte.
Diese Welt ist die Leinwand eines trunkenen Lieds,
zu weit für den Schreiner, zu eng für den Künstler.

Bohdan Ihor Antonytsch