"Ukrainische Woche mit spektakulärer Ausstellung eröffnet"
Düren, den 20.10.05

Erster Kunstband über naiven Maler Nikifor in deutscher Sprache vorgestellt

Düren. Die 2. Ukrainische Kulturwoche in Düren begann mit einer ukrainisch-katholischen Messe in der Marienkirche und einer großen Ausstellung von Werken des naiven Malers Nikifor Epifanii Drowniak auf Schloss Burgau.

Bürgermeister Paul Larue, Schirmherr der Kulturwoche, freute sich über die vielen Gäste, die zum Teil sogar aus dem Ausland angereist waren, um sich die Ausstellung anzusehen. Er würdigte besonders die Verdienste von Michael Markowicz, Vorsitzender des Vereins Ukraine e.V., der gemeinsam mit der Stadt die Kulturwoche ausrichtet.

Michael Markowicz sammelt seit zwei Jahrzehnten Bilder des weltweit hoch geschätzten Vertreters der naiven Malerei und zeigt diese nun erstmals öffentlich in Düren in einer Ausstellung. Gleichzeitig präsentiert er als Herausgeber den ersten Kunstband über Nikifor in deutscher Sprache.

Gesa Pflitsch, Management-Assistentin beim Kulturforum Europa, führte in die Welt des naiven Malers ein, erzählte anschaulich dessen Lebenslauf und machte deutlich, wie viele verschiedene Stilrichtungen im Werk des naiven Malers zusammenkommen und wie fließend die Übergänge zwischen Realität und Traum in seinen Bildern ist.

Die Welt Nikifors, das macht die Ausstellung ersichtlich, war überschaubar und von klaren Wertvorstellungen geprägt. Kirchen, Priester, Heilige haben einen hohen Stellenwert, die heimische Landschaft und Architektur wird in bunten Farben geschildert. Für den vor 110 Jahren in einfachen Verhältnissen geborenen Maler war die Malerei die einzige Möglichkeit sich auszudrücken, da er in seiner Sprachentwicklung zurückgeblieben war.

Die Ausstellung ist auf Schloss Burgau noch während der gesamten 2. Ukrainischen Kulturwoche zu sehen. Das Buch über Nikifor Epifanii Drowniak ist bei Michael Markowicz, Telefon: 02421 15858, erhältlich.


"Träume, Sehnsucht und Glaubensstärke"
"Dürener Zeitung", 18.10.2005

Michael Markowicz zeigt Bilder des naiven Malers Drowniak.

Niederau. „Über die ukrainische Kultur ist im Westen leider wenig bekannt.“ Michael Markowicz, Vorsitzender des Vereins „Ukraine“, möchte dies in Kooperation mit der Stadt Düren ändern: Die zweite ukrainische Kulturwoche auf Schloss Burgau soll tiefe Einblicke in das Land und seine kulturellen Errungenschaften ermöglichen. „ Unser Land blickt auf eine lange, reiche und eigenständige Geschichte zurück“, so der gebürtige Ukrainer Michael Markowicz, der die öffentliche Wahrnehmung seines Heimatlandes in der Wahlheimat Düren verstärken möchte.

Der Arzt und Kunstsammler Markowicz stellte anlässlich des 110 Geburtstages des naiven Malers Nikifor Epifanii Drowniak Originale aus seiner Sammlung zur Verfügung und präsentierte ein von ihm herausgegebenes gleichnamiges Buch über Leben und Werk des ukrainischen Künstlers, der zu den bedeutendsten naiven Malern des 20. Jahrhunderts zählt.

Die Bilder des Künstlers aus dem Lemkenland, so Sammler Markowicz, seien Ausdruck ukrainischer Wesensart: “Sie spiegeln Sehnsucht und Träume und die tiefe Verbundenheit mit der eigenen Kirche wider und offenbaren die Glaubensstärke und Frömmigkeit dieser Volksgruppe.“

So sind Kirchen, Klöster und sakrale Szenen oft wiederkehrende Motive der Bilder von Nikifor Epifanii Drowniak, der in einer Klosterschule erzogen wurde und dessen Vater Ikonenmaler war. „Er vereinte in seinen Werken die sakrale Kunst, die lemkische Kunst und den Kunststil seiner Zeit“, führte die Kunstwissenschaftlerin Gesa Pflitsch in das Werk Drowniaks ein. Aufgrund der außergewöhnlichen Malweise und der Vielfalt seiner stilistischen Mittel würden Kunstwissenschaftler vom eigenen „Nikiforstil“ sprechen.
Die Ausstellung ist noch bis Freitag, 21. Oktober, im Rahmen der Kulturwoche zu besichtigen.
Heute findet ab 19.30 Uhr ein Konzert mit Opernsänger Stephan Pyatnitchko statt.


"Volkslieder mit besonderer Präsenz"
Opernstar Pyatnychko gastierte zur Ukrainischen Kulturwoche in Düren
"Dürener Nachrichten", 26.10.2005

Düren. Er ist ein Weltstar, hat in New York in „La Traviata“ gesungen, gastiert in Chile, Berlin, Baltimore, Los Angeles, Paris Zürich, San Francisco und Washington.
Und war jetzt auch in Düren. Im Rahmen der Ukrainischen Kulturwoche, organisiert von Dr. Michael Markowicz, sang der Bariton Stephan Pyatnychko Lieder aus seiner Heimat auf Schloss Burgau.
Moderiert wurde der einzigartige Musikabend von Klaus-Peter Koscielny, Chefredakteur der Opernzeitschrift „Orpheus“. Eröffnet wurde das Konzert mit einer Bariton-Arie der bekannten ukrainischen Nationaloper “Taras Bulba“ von Mykola Dyxuko, danach präsentiere Stephan Pyatnychko noch sehr emotionale Volksliteratur aus der Ukraine. Es war sehr beeindruckend, welche Präsenz und welches enorme Volumen Pyatnychkos Stimme hat, die leider nur rund 50 Zuschauer auf Schloss Burgau waren schlichtweg begeistert. Ein Engagement des Weltklasse-Sängers war nur deswegen möglich, weil Michael Markowicz und Stephan Pyatnychko befreundet sind.
Ihren Abschluss fand die zweite Ukrainische Kulturwoche mit einer Ausstellung zeitgenössischer Maler aus der Ukraine. Petro Sypniak, Wiktor Moskalyuk und Wolodymyr Makarenko stellten ihre Werke – ebenfalls auf Schloss Burgau – aus. Zu der Vernissage waren Vertreter der ukrainischen Botschaft gekommen. Für Dieter Topp vom „Kulturforum Europa“ in Jakobwüllesheim, war es schon „ein bisschen traurig“, dass die Ukrainische Kulturwoche insgesamt nur so wenig Zuspruch in Düren erhalten hatte. Michael Markowicz sieht die Sache ganz gelassen. „Es ist mir klar, dass ich hier im Rheinland bin und mit der ukrainischen Kultur nicht mit Karneval konkurrieren kann.“ Er kündigte dennoch eine dritte Ukrainische Kulturwoche an. Wer sich für die Ukraine interessiert, kann sich direkt an den Verein „Ukraine“ in Düren, Weiterstraße 16, Tel.: 02421/15858 wenden.

Sandra Kinkel



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In meiner Innung des Schreiner- und Künstlervolks
gibt's trunkene Geheimnisse voll Trug, Verführung.
Die Feder, Der Pinsel vom Zittern erfaßt,
Gedanken durchbohrt von Schmetterlingen im Frühling.

Ein scharfer Meißel, Eine singende Axt,
sie formen das Holz der Musik, den Lehm der Worte.
Diese Welt ist die Leinwand eines trunkenen Lieds,
zu weit für den Schreiner, zu eng für den Künstler.

Bohdan Ihor Antonytsch