Die Farbe Grün, Iwan Trusch, 17.01.1869-21.03.1941, steht unter der Schirmherrschaft von S.E., Prof. Dr. Serhij Farenik, Botschafters der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland.

Zum 135. Geburtstag widmet die Gemeinde Brühl/Baden dem ukrainischen Maler Iwan Trusch eine Austellung in Jugendstill-Villa Meixner.

Jugendstill unspannte als Idee den Globus. Eingie Arbeiten geben diese Zeit als einen Aspekt im Schaffen des Malers wieder.

Leben und Arbeiten des Künstlers verlief in unebenen Bahnen. Die Qualität seiner Werke war noch bekannt, er selbst wurde in seiner Heimat mehr und mehr vergessen.

Nachfolgende Generationen entdecten ihn wieder und bewerteten sein malerischers Erbe neu.

"Ohne Trusch wäre die ukrainische Malerei, die Kultur ärmer, die Entwicklung der Malerei in der Westukraine mindestens um Jahrzehnte verzögert.

... Trusch, der Maler, Kunstkenner, Kritiker und Ästhet erregt auch im Westen allmählich Interesse", so der Arzt und Sammler Michael Markowicz, aus dessen Besitz die ausgestellten Werke stammen.


 Iwan Trusch

Fesselt den Blick und berührt das Gefühl
„Die Farbe Grün“ von Iwan Trusch in der Villa Meixner

„Schwetzinger Zeitung“ , 29.06.2004 

Brühl. Die Villa Meixner ist mit Bildern geschmückt, die wie für sie gemalt erscheinen – eine Synthese aus Jugendstil, Impressionismus und Realismus. Iwan Trusch, der sie geschaffen hat, wurde in der westlichen Ukraine nahe L´wiw geboren. Schon als Gymnasiast verdient er sich seinen Unterhalt mit Porträtmalerei. Nach Studienaufenthalten in Wien und München schließt er an der Akademie der schönen Künste in Krakau sein Studium ab. Die Stilrichtungen des Künstlers hingen von den Lebensabschnitten ab und vereinigten Impressionismus und Realismus. Er selbst sagte von sich, „ich neige mehr zur Schönmalerei, das heißt zum Gefühl, zum Sentiment“.

Zum 135. Geburtsjahr widmet di Gemeinde des Maler Trusch (1869 – 1941) eine Ausstellung in der Jugendstil-Villa unter der Schirmherrschaft des ukrainischen Botschafters Prof. Dr. Serhij Farenik. Im Rahmen der EU-Osterweiterung könne man hier schon kulturell in den Osten Europas blicken, meinte Bürgermeister Dr. Ralf Göck. Dieter Topp vom „Kultur-Forum Europa“, der die Ausstellung vermittelte, bestätigte in seiner Einführung, dass der Brühler Blick in den Osten hochaktuell sei und die Ausstellungsmacher der kommenden europäisch-ukrainischen Ereignissen eine Nasenlänge voraus wären. „Suchen Sie Iwan Trusch in der Farbe Grün und lassen Sie uns das Augenmerk auf den neuen Nachbarn nach der Eu-Wiedervereinigung durch die Augen von Iwan Trusch lenken. Wir werden von der Ukraine noch eine Menge erfahren“, so Topp.
 
Nicht nur die Bildende Kunst des Iwan Trusch, auch die Kunst der Musik bereicherte die Villa und die Besucher. Mit zwei Etüden in Form alter ukrainischer Tänze von dem ukrainischen Komponisten Viktor Kosenko sowie dem Scherzo in b-Moll von Chopin erspielte sich Yaromyr Bozhenko am Flügel allgemeine Bewunderung. Der Ausnahme-Pianist aus L´wiw (Lemberg), Meisterschüler von unter anderen W. Krajnew und R. Buchbinder, spielte mit Inbrunst, Leichtigkeit und Virtuosität. „Das beste Klavierspiel, was in der Villa bisher geboten wurde“, urteilten Vernissage-Gäste. Dieter Topp stellte zur Finissage ein Konzert mit Bozhenko in Aussicht.

Bei aller musikalischen Virtuosität durfte die unst von Iwan Trusch nicht vergessen werden, und die Besucher bewunderten die ausdrucksstarken Gemälde, durch die sich immer wiederkehrend die Farbe Grün in allen Nuancen zieht. Der Sammler Michael Markowicz (Düren) hat sie zur Verfügung gestellt, ergänzt durch Leihgaben der Dürener Familie Hauerwas-Fleck.

Romantische Empfindungen finden Ausdruck in Truschs Werken. Die Vernachlässigung der Genauigkeit, flächenhaft verschwimmende Töne, der Tageszeit entsprechende Kolorierungen, meist von Grün geherrscht, fesseln den Blick und die Thematik der Landschaft berührt das Gefühl. Da beeindruckt die Persönlichkeit der knorrigen, der Witterung trotzenden „Einsamen Kiefer“. Die Weite des Feldes und die Wärme des reifen, Korns, gebunden zu „Getreidegarben“, bringt Nähe zu bäuerlicher Vergangenheit, die einsame Vertrautheit der „Holzkirche in den Karpaten“ mit angedeuteten weiß getünchten Bauernhäusern bringt Ruhe und Geborgenheit. Grün wird in den Krim-Bildern mit dunkelblauen Schattierungen, pastellblauem Himmel und im Mittelpunkt rosigen Lichteffekten der Kalksteinfelsen ergänzt.

Den Zypressen galt die malerische Hinwendung in den Italienbildern. Die „Via Appia“ scheint in die unendliche Größe des römischen Reiches zu führen, wenn auch das Grabmal am Rande unter der Pinie auf alles Vergänglich hinweist. Bei einer Reise nach Palästina entsteht das kleinformatige Bild des ruhig fließenden „Jordan-Fluss“. Selbst bei den dominierenden Blau- und Ocker-Farbtönen des „Betenden Arabers in der Wüste“ ist im Hintergrund die Farbe Grün in zwei kleinen Palmen zu entdecken. Ein Ausflug in die Wüste Ägyptens, wo dieses Bild entstand, bescherte Trusch, wie er sagte, den schönsten Tag seines Lebens.

Eine äußerst sehenswerte Ausstellung wurde von Lothar Ertl und seinem Villa-Meixner-Team harmonisch in die Jugendstil-Architektur eingebracht, und wer an malerischen Eindrücken interessiert ist, die keines Rätselratens bedürfen, sollte „Die Farbe Grün“ des ukrainischen Malers Iwan Trusch nicht versäumen.

Heinz Claßen


"Kreatives Schaffen lange Zeit unterdrückt"

„Rhein-Neckar-Zeitung“, 15.07.2004


Brühl. Die Villa Meixner hat nicht nur als Kleinkunstbühne einen guten Ruf, auch als Ausstellungsort ist sie begehrt. Nun hat sie sich anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens selbst ein hochnobles Geschenk gemacht: Die Gemeinde Brühl präsentiert dort die Sammlung Michael Markowicz aus Düren mit einem Teil des Oevre des bekannte ukrainischen Malers Iwan Trusch.

Trusch, 1869 im dörflichen Wysozke geboren, in Brody und Krakau ausgebildet und 1896 durch ein Stipendium nach Wien gekommen, beendete seine Ausbildung in Krakau. Seine Reisen ab 1902 um die halbe Welt haben ihm im Gegensatz zu manch anderem Maler aus dem Osten vielfältige Einflüsse zuteil werden lassen, so dass er mit seinen Anleihen zum Beispiel beim Jugendstil eine höchst eigenwillige, dabei keineswegs epigonenhafte Bildsprache entwickeln konnte. „Iwan Trusch – Die Farbe Grün“ heißt die Ausstellung.

Und tatsächlich ist sein Grün von schwer zu beschreibendem Charakter: „Kiefernast, schneebedeckt“ (Untergeschoss Nr. 7). Die Holzkirche in den Karpaten“ (Untergeschoss Nr. 30) und die bekannten „Hornbläser“ (Untergeschoss Nr. 01) wirken auf uns Westler natürlich ungemein russisch – was man aber einem Ukrainer nicht zu sagen antun darf, denn das Abschütteln der sowjetischen Bevormundung ist in der Ukraine noch immer ein unaufgearbeitetes Kapitel. Laudator Dieter Topp vom Kultur-Forum Europa tippte dieses Thema in seiner launigen und witzigen Einführungsrede nur an, denn Trusch, der zunächst sehr glücklich über die „Befreiung“ der Ukraine aus polnischer Besetzung anno 1939 war, verstarb bereits 1941, so dass ihm die Demütigungen , die sein Land danach erleiden musste, erspart blieben. Dafür wurde sein Schaffen aber lange unterdrückt und ins Vergessen abgeschoben, bis sich beim Zusammenbruch der UdSSR die Gewichte wieder verschoben. Heute ist die Stadt Lemberg stolzer Besitzer von einigen der prachtvollsten Bilder Truschs. Italienische Landschaften, jüdische Friedhöfe, die Porträts der Familie Buger, orientalische Impressionen, die wie für die Ewigkeit gebauten Pyramiden – alles dies ist in der nicht gewaltigen aber sehr repräsentativen Sammlung Markowicz vertreten. Topp, durch Bürgermeister Dr. Ralf Göck nach Brühl geholt, versicherte abschließend: „Hier im Badischen sind die Ausstellungsmacher voll im Trend, dabei hochaktuell und den kommenden europäisch-ukrainischen Ereignissen eine Nasenlänge voraus!“

Göck wiederum meinte, es sei wohl das erste mal, dass man in der Villa ausgestellte Kunst nicht kaufen könne, zeigte sich aber überaus glücklich über die singuläre Qualität der Gemälde, denen der ukrainische Konzertpianist Yaromyr Bozhenko die adäquate musikalische Begleitung mit auf den Weg gab. Es bleibt zu hoffen, dass die von Kulturreferent Lothar Ertl liebevoll betreute Ausstellung größtmögliche Beachtung findet. Wann hat man wieder die Gelegenheit, eine so qualitativ höchstrangige Werkschau dieses Malers zu erleben?
Reginald Dehoff

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In meiner Innung des Schreiner- und Künstlervolks
gibt's trunkene Geheimnisse voll Trug, Verführung.
Die Feder, Der Pinsel vom Zittern erfaßt,
Gedanken durchbohrt von Schmetterlingen im Frühling.

Ein scharfer Meißel, Eine singende Axt,
sie formen das Holz der Musik, den Lehm der Worte.
Diese Welt ist die Leinwand eines trunkenen Lieds,
zu weit für den Schreiner, zu eng für den Künstler.

Bohdan Ihor Antonytsch